Wintergarten

Wintergarten heizen: ideale Temperaturen zu jeder Zeit

Ein Wintergarten bietet nicht nur ganzjähriges Gärtnervergnügen, sondern auch eine zusätzliche Wohnfläche. Selbst bei niedrigen Außentemperaturen ist es hier wesentlich wärmer als unter freiem Himmel – vorausgesetzt es gibt genügend Sonnenstunden.

Falls zu wenig natürliche Wärme durch Glasdach und -wände dringt, kann das passende Heizsystem für angenehme Wohlfühltemperaturen sorgen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie am besten Ihren Wintergarten heizen.

Heizung für Wintergarten: Ja oder Nein?

Wintergarten heizen oder nicht? Vielleicht stellen auch Sie sich diese Frage. Um eine sinnvolle Entscheidung zu treffen, müssen Sie sich zunächst überlegen, wofür Sie Ihren Wintergarten verwenden möchten. Schließlich gilt: Ob eine Heizung im Wintergarten notwendig ist, hängt von der Nutzung ab:

  • Im Kaltwintergarten werden lediglich Pflanzen, die vor Frost geschützt werden müssen, überwintert. Eine Heizung ist hier nicht erforderlich.
  • Ein mittelwarmer Wintergarten wird nicht ganzjährig benutzt, sondern nur zeitweilig als kühlerer Aufenthaltsraum. Er wird in der Regel auf Temperaturen zwischen 12°C und 19°C beheizt.
  • Ein Warmwintergarten ist der einzige Wintergartentyp, der das ganze Jahr über genutzt wird. Deshalb braucht es hier in jedem Fall ein passendes Heizungssystem – besonders in den kühleren Übergangsjahreszeiten und bei frostigen Wintertemperaturen.

Bevor Sie also entscheiden können, ob und wie Sie Ihren Wintergarten heizen sollen, müssen Sie seinen Zweck kennen. Nur wenn Sie das Glaskonstrukt ganzjährig als zusätzliche Wohnfläche nutzen möchten, ist die Entscheidung für ein effektives Heizsystem ausschlaggebend, um das Raumklima zu verbessern.

Wintergartenheizung: Stromverbrauch?

Im Vergleich zu üblichen Wohnräumen erfordert das Beheizen eines Wintergartens wesentlich weniger Energie. Zwar liegt die Heizleistung im Dezember und Januar höher als in anderen Monaten, aber über das ganze Jahr betrachtet ist für den Wintergarten ein deutlich geringerer Energieverbrauch zu verzeichnen. Der Grund: An sonnigen Tagen wird der Wintergarten von den Sonnenstrahlen erwärmt.

Weil sich also die anfallenden Kosten für die Beheizung des Wintergartens in Grenzen halten, müssen Sie sich nicht vor schwindelerregend hohen Energiekosten fürchten. Außerdem: Wenn Sie Ihr ausgewähltes Heizungssystem für Ihren Wintergarten noch zusätzlich mit einem praktischen Thermostat ausrüsten, können sie schnell auf Temperaturveränderungen reagieren. So kann es nicht passieren, dass Sie bei direkter Sonneneinstrahlung noch zusätzlich Ihren Wintergarten heizen und eine gefürchtete Überhitzung entsteht.

Stromzähler hinter Münzbergen

Wintergarten beheizen: Heizsysteme für Wintergarten

Ein beheizbarer Wintergarten bietet natürlich den großen Vorteil, dass er selbst bei klirrender Kälte in Anspruch genommen werden kann. Für angenehme Wohlfühltemperaturen müssen Sie wissen, wie Sie Ihren Wintergarten heizen können. Dazu stehen Ihnen diese gängigen Heizsysteme, die sich jeweils durch Vor- und Nachteile auszeichnen, zur Auswahl:

  • Konvektionsheizung
  • Infrarotheizung
  • Fußbodenheizung
  • Wärmepumpe

Für welche Heizung Sie sich letztendlich entscheiden, bleibt Ihnen selbst überlassen. Allerdings hängt die Auswahl – neben der Frage nach den Kosten und der Energieeffizienz – auch immer davon ab, ob Sie bereits einen Wintergarten besitzen oder erst im Begriff stehen, einen zu bauen. So ist die Verwendung einer Infrarotheizung, die lediglich an eine Steckdose angeschlossen werden muss und sofort betriebsbereit ist, für das Heizen eines bereits bestehenden Wintergartens empfehlenswerter als der nachträgliche – vergleichsweise zeit- und kostenintensive – Einbau einer Fußbodenheizung.

Warmer Wintergarten mit Konvektionsheizung

Eine der wohl einfachsten Möglichkeiten, um die ideale Raumtemperatur im Wintergarten zu schaffen, ist das Heizen mit einer klassischen Konvektionsheizung. Falls sich in Ihrem Zuhause bereits Heizkörper befinden, die mit einer herkömmlichen Öl- oder Gasheizung betrieben werden, können Sie den Konvektionsheizkörper problemlos daran anschließen. Schließlich können bereits existierende Leitungen bis in den Wintergarten verlängert werden.

Die Konvektionsheizung funktioniert – wie ihr Name bereits verrät – nach dem Prinzip der Konvektion. Das bedeutet, dass sie durch Lufterwärmung für das gewünschte Raumklima sorgt. Die warme Luft steigt nach oben, kühlt in Richtung Decke ab und sinkt wieder zu Boden, wo sie auf ein Neues erwärmt wird. Am effektivsten ist die Konvektionsheizung, wenn sie an der kältesten Stelle im Wintergarten platziert wird, d.h. direkt an den Glaswänden. So können die Kältestrahlung verringert und ein Beschlagen des Glases vermieden werden.

Wintergarten heizen mit Infrarotheizung

Infrarotheizungen sind Strahlungsheizungen, die – anders als herkömmliche Konvektionsheizkörper – nicht die Luft selbst erwärmen, sondern Boden, Decke, Wände sowie alle festen Gegenstände im Raum (z. B. Möbelstücke). Die wärmende Infrarotstrahlung wird von den bestrahlten Oberflächen gespeichert und erst allmählich an den Raum abgegeben. Wintergarten heizen mit Infrarot bietet viele Vorteile:

  • gleichmäßige Wärmeverteilung
  • angenehme Temperaturen in kürzester Zeit
  • keine Staubaufwirbelungen
  • keine Zugluft
  • einfache Montage
  • günstige Anschaffungskosten

Die Infrarotheizung im Wintergarten ist besonders lohnenswert, wenn Sie Bedarfsspitzen decken, d.h. beispielsweise für schnelle Wärme an regnerischen Tagen sorgen möchten. Obwohl die Infrarotheizung mit Strom betrieben wird, heizen Sie trotzdem günstiger als mit anderen Heizsystemen. Sie profitieren nicht nur von den niedrigen Anschaffungskosten und den nicht vorhandenen Betriebskosten. Auch wenn es um die Verbrauchskosten geht, können Sie Ihre Heizkosten senken – z. B. indem Sie mit Photovoltaik heizen.

Photovoltaikanlage auf Dach

Fußbodenheizung für den Wintergarten

Mit einer Fußbodenheizung können Sie von einer gleichmäßigen Wärmeverteilung profitieren, wenn Sie auf diese Weise Ihren Wintergarten heizen. Außerdem ist dieses Heizsystem besonders angenehm für die Füße, da sie immerzu warm gehalten werden. Trotz dieser Vorteile sollte die Fußbodenheizung lediglich als Zusatzheizung, aber nicht als alleinige Heizung im Wintergarten zum Einsatz kommen.

Der Grund: Die Fußbodenheizung zeichnet sich durch eine ausgeprägte thermische Trägheit aus. Das bedeutet, dass sie auf Temperaturveränderungen nur langsam reagiert. So spendet die Fußbodenheizung weder schnelle Wärme an frostig kalten Tagen noch kann sie zeitnah heruntergeregelt werden, wenn der Wintergarten durch die einfallenden Sonnenstrahlen erwärmt wird.

Wärmepumpe im Wintergarten

Eine sogenannte Luft-Luft-Wärmepumpe sorgt ebenfalls für angenehme Wärme im Wintergarten. Sie schafft ein wohltuendes Raumklima, indem sie die kältere Außenluft über Luftkanäle und Durchlässe nach innen pumpt und erwärmt. Danach wird die warme Luft im ganzen Wintergarten gleichmäßig verteilt. Das Heizen mit Wärmepumpe gilt als besonders umweltschonend, weil ihre Heizleistung aus regenerativen Energien bezogen wird.

Wintergarten heizen für ein angenehmes Raumklima

Im Wintergarten können Sie das ganze Jahr über Ihre Seele baumeln lassen. Während Sie Ihren Tee schlürfen oder Kaffee genießen, sind Sie nur durch eine Glaswand von den Naturschauspielen im eigenen Garten getrennt.

Damit Sie hier aber auch wirklich gemütliche Stunden verbringen können, braucht es die gewünschten Wohlfühltemperaturen. Mit einem geeigneten Heizsystem können Sie Ihren Wintergarten heizen und ein angenehmes Raumklima schaffen.

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