Lohnt sich eine Infrarotheizung in 2026?
Zuletzt aktualisiert am 26.08.2026
Autor: Bernhard Passler
Die Strompreise bleiben ein wichtiger Kostenfaktor, gleichzeitig steigen die Anforderungen an effiziente und zukunftsfähige Heizsysteme. Für viele stellt sich 2026 deshalb die Frage, welche Heizung zum eigenen Gebäude und Nutzungsverhalten passt. Die Infrarotheizung ist dabei eine interessante Option: vergleichsweise günstig in der Anschaffung, einfach zu installieren und flexibel als Voll- oder Zusatzheizung einsetzbar.
Wie wirtschaftlich eine Infrarotheizung tatsächlich ist, hängt von mehreren Faktoren ab – insbesondere, Wärmebedarf, Strompreis und der Nutzung. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wann sich eine Infrarotheizung 2026 lohnt, welche Kosten entstehen und welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten.
Auf einen Blick: Wann lohnt sich eine Infrarotheizung?
Eine Infrarotheizung eignet sich 2026 sowohl als vollwertiges Heizsystem als auch als Zusatzheizung. Besonders sinnvoll ist sie in gut gedämmten Räumen, im Neubau, als Zusatzheizung und in Kombination mit Photovoltaik.
Die Anschaffungskosten sind vergleichsweise niedrig, während die laufenden Betriebskosten – wie bei jedem strombetriebenen Heizsystem – vom jeweiligen Strompreis und vom individuellen Wärmebedarf des Gebäudes abhängen.
Sechs typische Nutzungsszenarien im Überblick:
| Situation | Lohnt sich die Infrarotheizung? | Kurzbegründung |
|---|---|---|
| Zusatzheizung für einzelne Räume | ja | nur kurze Laufzeiten, geringe Kosten |
| Neubau / gut gedämmtes Effizienzhaus | ja | niedriger Wärmebedarf hält die Stromkosten in Grenzen |
| Mit eigener Photovoltaik | meist ja | günstiger Eigenstrom senkt die Betriebskosten |
| Sanierter, gut gedämmter Altbau | eher ja | nach der Dämmung sinkt der Wärmebedarf deutlich |
| Normal gedämmter Bestand als Hauptheizung | eher nein | Jahreskosten im Bereich mehrerer tausend Euro |
| Unsanierter Altbau als Hauptheizung | nein | hoher Wärmebedarf, hohe Stromkosten |
Inhalt
- Welche Kriterien entscheiden, ob sich eine Infrarotheizung lohnt?
- Im Detail: Wann rechnet sich die Infrarotheizung?
- Wann sich die Infrarotheizung nicht lohnt
- Was eine Infrarotheizung 2026 kostet
- Wann ist eine Infrarotheizung überhaupt zulässig?
- Lohnt sich der Umstieg für Sie? Unsere Einordnung
- Häufig gestellte Fragen
Welche Kriterien entscheiden, ob sich eine Infrarotheizung lohnt?
Ob sich eine Infrarotheizung lohnt, entscheidet sich an vier Faktoren:
- Dämmstandard des Gebäudes
- aktueller Strompreis
- Nutzung als Haupt- oder Zusatzheizung
- ob eine Photovoltaik-Anlage vorhanden ist
Die Höhe der Kosten bestimmen vor allem Dämmstandard und Strompreis. Weil eine Infrarotheizung Strom unmittelbar in Wärme umwandelt, kostet jede Kilowattstunde ungefähr den aktuellen Strompreis. Wie viele Kilowattstunden zusammenkommen, hängt vom Wärmebedarf ab: In einem gut gedämmten Gebäude bleibt er niedrig, in einem zugigen Altbau steigt er stark.
Die Nutzungsart und das Vorhandensein einer Photovoltaik-Anlage verschieben die Rechnung ebenfalls. Als Zusatzheizung für einzelne Räume fallen nur kurze Laufzeiten an, als alleinige Heizung summieren sie sich. Und wer eigenen Solarstrom nutzt, senkt die Betriebskosten spürbar.
Im Detail: Wann rechnet sich die Infrarotheizung?
Allgemein gilt die Faustregel: je niedriger der gesamte Wärmebedarf, desto eher lohnt sich eine Infrarotheizung. Ob das im Einzelfall zutrifft, entscheidet sich an der konkreten Situation.
Als Zusatzheizung für einzelne Räume
Der häufigste wirtschaftliche Anwendungsfall ist die Zusatzheizung. Die Infrarotheizung ergänzt dabei die vorhandene Zentralheizung punktuell, etwa in der Übergangszeit oder bei kurzfristigen Wärmespitzen in einzelnen Räumen. Das Paneel ist innerhalb von 30 Minuten betriebsbereit und heizt gezielt dort, wo Wärme gebraucht wird, statt das ganze Haus zu beheizen. Weil dabei nur kurze Laufzeiten anfallen, bleiben die Kosten niedrig.
In Räumen ohne eigene Zentralheizung übernimmt die Infrarotheizung dagegen die komplette Beheizung und ist auch dort oft die wirtschaftlichste Lösung – etwa im ausgebauten Dachboden, im Keller, im Anbau, im Gartenhaus oder in der Ferien- und Wochenendwohnung. Weil dort nur selten und gezielt geheizt wird, lohnt sich keine aufwendige Zentralheizung mit Rohrleitungen und Heizkörpern – das Paneel verbraucht nur dann Strom, wenn wirklich Wärme gebraucht wird.
Neubau und gut gedämmte Gebäude
Besonders lohnt sich die Infrarotheizung auch im gut gedämmten Neubau. Der Wärmebedarf ist hier so niedrig, dass die Stromkosten überschaubar bleiben. In Passivhäusern und Gebäuden nahe dem KfW-40-Standard kann sie sogar als alleinige Heizung sinnvoll sein, weil der Abstand zu anderen Systemen klein wird.
In Kombination mit Photovoltaik
Eine eigene Photovoltaik-Anlage verbessert die Stromkosten-Bilanz der Infrarotheizung deutlich, weil ein Teil des Heizstroms vom eigenen Dach kommt – besonders in der Übergangszeit, wenn Sonne und Zusatzheizbedarf oft zusammenfallen. Im Winter zeigt sich jedoch die Grenze: Dann ist der Wärmebedarf am höchsten, während die PV-Erträge am niedrigsten sind. Ein Batteriespeicher kann diese Lücke verkleinern, bedeutet aber – falls nicht bereits vorhanden – spürbare Zusatzkosten.
Wie hoch der Eigenverbrauchsanteil tatsächlich ausfällt, hängt von der Anlagengröße, Speicher und Nutzungsprofil ab; eine pauschale Grenze, ab wann sich die Kombination lohnt, gibt es daher nicht.
Sanierter/gut gedämmter Altbau
Wie hoch der Verbrauch einer Infrarotheizung im Altbau ausfällt, hängt stark vom Sanierungsstand ab. Im sanierten, gut gedämmten Altbau ist sie durchaus sinnvoll – entweder als alleinige Heizung in einzelnen Räumen oder als Ergänzung zum bestehenden System.
Im unsanierten Altbau mit hohem Wärmeverlust steigt dagegen auch der Stromverbrauch der Infrarotheizung spürbar, weshalb sie sich dort eher für die Zusatzheizung einzelner Räume eignet als für die durchgehende Beheizung.
Wann sich die Infrarotheizung nicht lohnt
Als alleinige Heizung im unsanierten Altbau lohnt sich die Infrarotheizung meist nicht: Der hohe, dauerhafte Wärmebedarf treibt die Stromkosten schnell in die Höhe. Auch im normal gedämmten Bestand als Vollheizung rechnet sie sich in der Regel nicht – für ein ganzes Haus mit üblichem Wärmebedarf wird der Dauerbetrieb mit Strom zu teuer.
Kurz gesagt: Mit guter Dämmung oder als gezielte Ergänzung statt als Hauptheizung ist sie im Bestand wirtschaftlich.
Was eine Infrarotheizung 2026 kostet
Infrarotheizungen haben vergleichsweise niedrige Anschaffungskosten und benötigen keine zentrale Heizungsanlage mit Rohrleitungen. Für die Gesamtkosten sind neben dem Kaufpreis vor allem die laufenden Betriebskosten entscheidend. Diese hängen vom Strompreis, Wärmebedarf und der tatsächlichen Laurzeit ab.
Anschaffungskosten
Ein einzelnes Paneel kostet 2026 zwischen 200 und 700 €, je nach Leistung, Größe und Ausführung. Für ein komplettes System reicht die Spanne also von wenigen hundert Euro pro Raum bis rund 6.500 € für ein Einfamilienhaus.
Weil kein zentraler Wärmeerzeuger und keine aufwendige Installation nötig sind, liegen die Anschaffungskosten 30 bis 70 % unter denen herkömmlicher Heizsysteme.
Laufende Betriebskosten
Die Betriebskosten hängen fast vollständig am Strompreis, der im aktuellen Marktdurchschnitt 2026 bei rund 37 Cent pro Kilowattstunde liegt (laut BDEW). Als Zusatzheizung sind die Kosten daher durchaus überschaubar.
Ein Beispiel: Ein 600-Watt-Paneel kostet bei etwa drei Stunden Betrieb pro Tag rund 16 € im Monat. Detaillierte Kostenbeispiele je Raumgröße finden Sie in unserer Übersicht zu den Kosten einer Infrarotheizung.
Kosten im Vergleich zu anderen Heizsystemen
Die untenstehende Tabelle zeigt einen konkreten Kostenvergleich anhand eines Beispiels: Einfamilienhaus 120 m², nur Raumwärme, ohne Förderung. Strom 30 ct/kWh, Gas 11 ct/kWh (BDEW 2026), Wärmepumpe JAZ 3,4, Gas-Brennwert ~95 %.
| Kostenpunkt | Infrarotheizung | Wärmepumpe (JAZ 3,4) | Gasheizung |
|---|---|---|---|
| Anschaffung (einmalig) | ~2.500–6.500 € | ~20.000–40.000 € | ~9.000–15.000 € |
| Betrieb/Jahr – Neubau/KfW-40 (30 kWh/m²a) | ~1.080 € | ~320 € | ~420 € |
| Betrieb/Jahr – sanierter Altbau (70 kWh/m²a) | ~2.520 € | ~740 € | ~970 € |
| Betrieb/Jahr – normal gedämmter Bestand (120 kWh/m²a) | ~4.320 € | ~1.270 € | ~1.670 € |
| Betrieb/Jahr – unsanierter Altbau (200 kWh/m²a) | ~7.200 € | ~2.120 € | ~2.780 € |
So haben wir gerechnet: Jährlicher Heizwärmebedarf (Wohnfläche × spezifischer Bedarf) mal Energiepreis – bei Infrarot direkt, bei der Wärmepumpe geteilt durch die Jahresarbeitszahl 3,4, bei Gas durch den Brennwert-Wirkungsgrad (~95 %). Gerundet auf 10 €.
Gibt es 2026 eine Förderung für Infrarotheizungen?
Eine eigene Förderung gibt es für die Infrarotheizung nicht. Das KfW-Programm 458 im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude fördert ausschließlich Anlagen auf Basis erneuerbarer Energien wie Wärmepumpe, Biomasse oder Fernwärme. Auch die BAFA führt sie nicht.
Indirekt kann jedoch eine geförderte Photovoltaik-Anlage die Stromkosten senken, was auch der Infrarotheizung zugutekommt.
Wann ist eine Infrarotheizung überhaupt zulässig?
Als Stromdirektheizung ist die Infrarotheizung 2026 grundsätzlich zulässig, vorausgesetzt, das Gebäude ist gut genug gedämmt. Die GEG-FAQ des Bundesbauministeriums nennt Infrarotheizungen ausdrücklich als Option für sehr gut gedämmte Gebäude mit geringem Heizbedarf.
Konkret regelt der § 71d GEG: Im Neubau ist eine Stromdirektheizung als Hauptheizung erlaubt, wenn das Gebäude den baulichen Wärmeschutz um mindestens 45 % unterschreitet. Im Bestand genügen 30 %, bei einer vorhandenen wassergeführten Heizung sind es ebenfalls 45 %. Als Zusatzheizung ist sie unkritisch.
Lohnt sich der Umstieg für Sie? Unsere Einordnung
Ob sich der Umstieg lohnt, kommt immer auf Ihr Gebäude an. Wo wenig geheizt werden muss, spielt die Infrarotheizung ihre Stärken aus – niedrige Anschaffung, einfache Montage, wartungsfreier Betrieb. In gut gedämmten Räumen, im Neubau, als Zusatzheizung oder zusammen mit Photovoltaik rechnet sie sich. Als alleinige Heizung im unsanierten Altbau ist sie dagegen meist zu teuer.
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Häufig gestellte Fragen
Autor: Bernhard Passler, heatness® GmbH

Bernhard Passler ist Vertriebsleiter der heatness® GmbH und verantwortet die Vertriebsstrategie und die Vermarktung der Infrarotheizsysteme im DACH-Raum. Als Experte für Infrarotheizungen und energieeffiziente Heizsysteme veröffentlicht er regelmäßig Fachbeiträge zu nachhaltigem Heizen, Heizkosten, Energieeffizienz und modernen Heizlösungen.








